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Kreis Waldshut - Laufenburg

11. Jan 2018 - 14:30 Uhr

Nach Gewalttat an Säugling am ersten Weihnachtsfeiertag - Tatverdächtiger hat Tötung seines Sohnes gestanden - Mann stand bei Tat unter Wirkung von Drogenersatzmedikament

Der Tatverdächtige der Tötung des Kleinkindes in Laufenburg befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft und dort in stationärer ärztlicher Behandlung.
Er hat sich mittlerweile zum Tatvorwurf ausführlich eingelassen und die Tötung seines Sohnes gestanden. Als Motiv gab er sinngemäß eine plötzliche Überforderung wegen des schreienden Kindes an. Nach eigenen Angaben soll er zuvor ein Drogenersatzmedikament eingenommen haben. Die Ergebnisse der Untersuchung seines Blutes auf Drogen und Medikamente stehen derzeit noch aus. Ein psychiatrisches Sachverständigengutachten zur Frage seiner Schuldfähigkeit und seiner zukünftigen Gefährlichkeit wurde in Auftrag gegeben.
Das Kind wies neben dem todesursächlichen stumpfen Schädel-Hirn-Trauma weitere Verletzungen auf, die mit der Tötungshandlung im direkten Zusammenhang standen, aber nicht todesursächlich waren. Altverletzungen wurden nicht festgestellt. Auch ergaben sich keine Anhaltspunkte für eine Vernachlässigung. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand war der Junge auch kindgerecht untergebracht.

Der Mann ist vielfach wegen unterschiedlicher Delikte vorbestraft.
Im Jahr 2016 wurde er zuletzt wegen eines Körperverletzungsdeliktes zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weshalb er zur Tatzeit unter Bewährung stand. Es gibt neben Verurteilungen wegen Diebstahls-, Drogen- und anderen Delikten zu kleineren Strafen zwei mehr als zehn Jahre zurückliegende Verurteilungen wegen Raubes und gefährlicher Körperverletzung zu längeren Haftstrafen. Dabei fußt auf dieser Verurteilung wegen Raubes die polizeiintern vorgenommene Einstufung als gewalttätig. Die betreffenden Ermittlungsakten aus anderen Gerichtsbezirken wurden angefordert und werden nach Eintreffen ausgewertet.
Die Ermittlungen zu den Lebensumständen des Beschuldigten und der Mutter des Kindes haben bislang ergeben, dass das Paar im Sommer nach Laufenburg zugezogen war und sich im Hinblick auf die eigene gesundheitliche Situation wegen einer bestehenden ärztlich behandelten Suchtproblematik und die anstehende Geburt des Kindes frühzeitig um Hilfe auch an das örtliche Jugendamt gewandt hatte. Mit den beteiligten Sozialarbeitern war daraufhin ein Konzept der Betreuung mit den werdenden Eltern erstellt worden, das entsprechend durchgeführt wurde. Eine Auswertung der Akte des Jugendamtes ergab in diesem Zusammenhang keine Verdachtsmomente auf eine strafrechtlich
relevante Pflichtverletzung der Jugendamtsmitarbeiter.
Die Ermittlungen dauern an.

Zu den genaueren gesundheitlichen Verhältnissen der Mutter wie des Tatverdächtigen werden aufgrund des hier zu wahrenden Persönlichkeitsschutzes keine weiteren Angaben gemacht. Gleiches gilt für den Inhalt der vorgelegten Akte des Jugendamtes. Hier ist von den Strafverfolgungsbehörden das Sozialgeheimnis zu wahren.

.......................................................Folgemeldung (26.12.2017):

Die Obduktion des getöteten Säuglings erfolgte in den Nachmittagsstunden des 1. Weihnachtsfeiertages.
Als Todesursache wird von einem massiven Schädel-Hirn-Trauma ausgegangen. Wie die Verletzungen zustande kamen, wird noch untersucht. Der Tatverdächtige 36-jährige Mann, der vermutlich auch der leibliche Vater des Kindes ist, befindet sich nach wie vor in Polizeigewahrsam und ist eigengefährdet. Die Vorführung des Beschuldigten beim Haftrichter ist für heute vorgesehen. Der Tatort wird aktuell von Kriminaltechnikern und Beamten des Landeskriminalamtes auf weitere Spuren hin untersucht. Die Mutter des getöteten Säuglings wird betreut.

......................................................................Erstmeldung:

Am 1. Weihnachtsfeiertag kam es in Laufenburg zu einer schrecklichen Tat. Ein 36-jähriger Deutscher steht in dringendem Verdacht, das drei Monate alte Kind seiner Lebensgefährtin getötet zu haben. Diese war zum Zeitpunkt der Tat außer Haus. Der 36-Jährige rief kurz nach 11 Uhr bei der Polizei an und teilte mit, dass er ein Kind umgebracht habe.
Als Polizeibeamte in der Wohnung des Mannes eintrafen, fanden sie dort ein lebloses Kind vor. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod des Säuglings feststellen. Der offensichtlich unter Medikamenteneinwirkung stehende und verletzte Mann wurde überwältigt und befindet sich derzeit in Polizeigewahrsam. Seinen Aussagen zu Folge soll er mit der Betreuung des Säuglings überfordert gewesen sein.
Die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen erwirkte die Obduktion des Kindes und zog Rechtsmediziner zu den Ermittlungen hinzu. Diese dauern an und werden vom Kriminalkommissariat Waldshut-Tiengen geführt. Der Beschuldigte wird voraussichtlich am 2. Weihnachtsfeiertag einem Haftrichter vorgeführt. Es ist noch nicht gesichert, ob der 36-Jährige auch der leibliche Vater des Kindes ist.


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