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Breisgau-Hochschwarzwald - Bad Krozingen

19. Jun 2017 - 14:22 Uhr

Saatkrähen im Stadtgebiet – Weitere Vergrämungsmaßnahmen werden benötigt

Saatkrähen im Stadtgebiet – Weitere Vergrämungsmaßnahmen werden benötigt

Stadt Bad Krozingen
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Seit vielen Jahren stellen Saatkrähen im Stadtgebiet und in der umgebenden Landwirtschaft ein Problem dar. Nachdem in den 80-er Jahren zunächst nur wenig öffentliche Grünflächen in der Innenstadt betroffen waren, besiedelten die Saatkrähen ab den 90-er Jahren den Kurpark und Umgebung. 1995 wurden durch den NABU Müllheim rund 400 Brutpaare gezählt. In den Jahren 2004 bis 2009 stieg die Zahl der Brutpaare im gesamten Stadtgebiet auf über 1.400 an. Im Jahr 2017 waren es insgesamt 1.300 Nester: 580 im Ortsteil Biengen, 643 im Kurpark und Umgebung – davon allein 264 im Bereich der Pappeln am Nordrand – dazu kommen rund 60 Nester im Stadtgebiet östlich der Bahn.

Durch genehmigte Vergrämungsmaßnahmen können zwar enge Bereiche um die Kuranlagen und einige sensible Standorte in der Innenstadt frei von Krähennestern gehalten werden, z.B. Grabenstraße, Breslauer Straße, Friedhof oder Aquarado. Die Vergrämungsmaßnahmen sind allerdings sehr aufwendig, da sie Jahr für Jahr wiederholt werden müssen. Zur Vergrämung werden außerhalb der Brutzeit im Januar einzelne Nester entnommen sowie Uhu-Attrappen bewegt oder prophylaktisch metallische Geräusche erzeugt. In früheren Jahren wurden bereits Kronen zurück geschnitten, ganze Bäume entfernt oder ein Falkner eingesetzt, um Krähenstandorte aufzulösen. Trotz der Vergrämungen kommt es sowohl in der Innenstadt auch als im Kurpark jährlich zu Neuansiedlungen von Kolonien, im Jahr 2017 z.B. 21 neue Nester in der Breisgauer Straße unmittelbar neben stark frequentierten Einzelhandelbetrieben. Die Stadtverwaltung tauscht sich regelmäßig mit anderen, vom selben Problem betroffenen Städten in der
Oberrheinebene aus z.B. Lahr, Emmendingen oder Freiburg, aber auch dort zeigt sich keine dauerhafte Lösung.

An den großen Kolonien in Biengen und am Rand des Kurparks (Pappeln am Nordrand, Kliniken, Neumagen und Parkplätze) wurde in den letzten Jahren nicht vergrämt. Da eine weitere Aufsplitterung der Kolonien vermieden werden sollte. Die Stadtverwaltung bemüht sich um aufklärende Öffentlichkeitsarbeit über die Lebensweise und den Schutzstatus der Vögel, dennoch ist die Zahl der Beschwerden von Kurgästen und Neubürgern des unmittelbar an den Kurpark angrenzenden Wohngebiets Kurgarten I seit dem letzten Jahr stark angestiegen. Die Kurgäste leiden unter der gravierenden Lärmbelästigung durch Krähen im Kurpark, die Anwohner zusätzlich unter der Verkotung ihrer Gärten und Wohnhäuser, der Einzelhandel meldet Verunreinigung von Auslagen.

Die Stadt benötigt für den Kurpark und die Umgebung weitere Ausnahmegenehmigungen für die Vergrämung von Saatkrähen. Auf politischer Ebene müssen Ausnahmen von Naturschutz- und Jagdrecht diskutiert werden. Weiterhin ist eine sachliche Öffentlichkeitsarbeit notwendig, in die Aspekte der Entsorgung von Essensresten, Futterquellen und die Vermeidung von Schäden in der Landwirtschaft miteinbezogen werden.

(Presseinfo: Stadt Bad Krozingen, 19.06.2017)

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